FLUID FOLLY: Temporäre Architektur neu gedacht Esther Imfeld 14. April 2026
FLUID FOLLY: Temporäre Architektur neu gedacht

Mit dem Projekt FLUID FOLLY zeigt Sarna Plastec gemeinsam mit der ETH Zürich, wie innovative Architektur und technische Entwicklung neue Wege im Bereich temporäre Bauten eröffnen. Ziel war es, eine radikal reduzierte Bauweise zu entwickeln, die ohne klassische Gerüste oder starre Strukturen auskommt und gleichzeitig höchste Funktionalität bietet.

Das Ergebnis ist ein Prototyp, der neue Massstäbe in der Modulbauweise und im Bereich nachhaltiger Architektur setzt. Entdecken Sie in diesem Beitrag alles zur Umsetzung und Konstruktion des ETH FOLLY und der Zusammenarbeit zwischen Sarna Plastec und der ETH Zürich.

Ausgangslage und Zielsetzung

Temporäre Bauten spielen eine immer wichtigere Rolle, insbesondere in Krisen- und Notfallgebieten. Klassische Lösungen sind jedoch oft materialintensiv, schwer zu transportieren und zeitaufwendig im Aufbau. FLUID FOLLY setzt genau hier an. Ziel des Projekts war es, eine alternative Bauweise zu entwickeln, die folgende Anforderungen erfüllt:

  • Minimaler Materialeinsatz
  • Einfacher Transport
  • Schneller Aufbau ohne komplexe Konstruktionen
  • Flexible Einsatzmöglichkeiten

Damit bewegt sich das Projekt an der Schnittstelle von Modulbau, temporärer Architektur und innovativer Konstruktion.

Entwicklung und Umsetzung

Der Weg von der Idee zum funktionierenden Prototyp war geprägt von intensiver Entwicklungsarbeit und enger Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie.

Zu den zentralen Entwicklungsschritten gehörten:

  • Machbarkeitsanalysen zur Umsetzung der Membranstruktur
  • Schweissversuche zur Optimierung der Materialverbindungen
  • Entwicklung von Testkissen zur Stabilitätsprüfung
  • Bau und Weiterentwicklung von Prototypen

Durch diese iterative Vorgehensweise konnte eine Konstruktion entstehen, die ohne klassische Tragelemente auskommt und dennoch stabil ist. Die Kombination aus Materialwissen und technischer Umsetzungskompetenz war dabei entscheidend.

Architektur, Funktion und Anwendung

FLUID FOLLY steht exemplarisch für eine neue Form der Pavillon Architektur. Der Prototyp zeigt, wie sich leichte Materialien und durchdachtes Engineering zu einer funktionalen Struktur verbinden lassen.

Die entwickelte Lösung eignet sich insbesondere für:

  • temporäre Bauten in Krisengebieten
  • mobile Infrastrukturen mit geringem Transportaufwand
  • experimentelle Pavillons und Event Pavillons
  • flexible architektonische Anwendungen

Durch den modularen Ansatz kann die Struktur an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden. Gleichzeitig wird der Materialeinsatz im Vergleich zu klassischen Bauweisen deutlich reduziert, was einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Architektur leistet.

Internationale Präsentation und Resonanz

Ein besonderer Meilenstein des Projekts war die Präsentation an der Ausstellung «bruther.fbx» in Mailand im Zeitraum von März bis Mai 2025.

Die Ausstellung bot die Möglichkeit, den Prototyp einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Die Resonanz war durchwegs positiv:

  • grosses Interesse aus Architektur, Forschung und Industrie
  • starke mediale Aufmerksamkeit
  • zahlreiche Fachgespräche und neue Impulse

Die Präsentation hat gezeigt, dass innovative Ansätze im Bereich temporäre Architektur auf grosses Interesse stossen und konkrete Anwendungspotenziale bieten.

Bedeutung für die Zukunft der Bauweise

FLUID FOLLY ist mehr als ein einzelnes Projekt. Es zeigt, wie sich die Bauweise in Zukunft verändern kann. Leichte, flexible und materialeffiziente Lösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Insbesondere in Bereichen wie Modulbau und temporäre Bauten entstehen neue Anforderungen, die mit klassischen Methoden nur schwer erfüllt werden können. Projekte wie dieses liefern konkrete Ansätze für:

  • ressourcenschonendes Bauen
  • schnell verfügbare Infrastrukturen
  • flexible Nutzungskonzepte

Das sagen unsere Partner

"Der Lehrstuhl von Alexandre Theriot engagiert sich neben der Entwurfslehre am Departement für Architektur der ETH Zürich aktiv in experimentellen Forschungs- und Vermittlungsprojekten. Für unser aktuelles Projekt "Fluid Folly" haben wir das Glück, mit Sarna Plastec einen verlässlichen Industriepartner gefunden zu haben, der offen dafür ist, innovative Projekte zu unterstützen. Mit seiner langjährigen Erfahrung und seinem umfassenden Know-how unterstützt uns das Unternehmen und begleitet uns eng in der Entwicklung. Dank der exzellenten Kollaboration und dem Enthusiasmus, der uns von Seiten Sarna Plastec entgegen gebracht wird, konnten wir das Projekt substanziell vorantreiben."

Michiel Gieben

Fazit

Mit FLUID FOLLY konnte Sarna Plastec gemeinsam mit der ETH Zürich zeigen, welches Potenzial in innovativer Architektur und moderner Materialtechnologie steckt. Der Prototyp verbindet technische Präzision mit visionärem Denken und eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich temporäre Bauten. Die nächsten Entwicklungsschritte sind bereits geplant. Mit Konzepten wie dem Double Dome oder weiterentwickelten Pavillon-Lösungen wird die Idee konsequent weitergeführt.