Was im Chemieunterricht als Formel auf der Tafel beginnt, wird in der Produktion der Sarna Plastec AG zur gelebten Realität. Am 5. März 2026 besuchten 12 Schülerinnen und Schüler des Schwerpunktfachs «Biologie & Chemie» der Kantonsschule Musegg Luzern unser Werk und erlebten, wie aus organischen Polymeren fertige Kunststoffprodukte entstehen. Ein Ausflug, der zeigt: Kunststofftechnik ist weit mehr als Theorie.
Von der Schulbank direkt in die Produktion: Warum solche Besuche wichtig sind
Organische Polymere und die Eigenschaften von Polystyrol standen im Unterricht auf dem Plan. Doch zwischen dem Lehrbuch und der industriellen Wirklichkeit klafft oft eine grosse Lücke. Genau diese Lücke wollten die Jugendlichen schliessen.
Solche Schulbesuche sind für uns keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bewusste Entscheidung: Wir glauben daran, dass die Faszination für Kunststofftechnik und Materialwissenschaften früh geweckt werden muss. Wer einmal sieht, wie ein Rohstoff Schritt für Schritt zur fertigen Form wird, versteht die Chemie dahinter auf eine ganz andere Weise.
EPS-Produktion: So entsteht expandiertes Polystyrol im industriellen Massstab
Ein Highlight des Besuchs war der direkte Einblick in unsere EPS-Produktion. Expandiertes Polystyrol, kurz EPS, ist ein Hochleistungswerkstoff, der in der Verpackungs-, Bau- und Isoliertechnik eingesetzt wird. Die Polystyrol-Herstellung im industriellen Massstab unterscheidet sich fundamental von Laborversuchen:
- Rohstoffannahme und Lagerung: Polystyrol-Granulat wird kontrolliert eingelagert und geprüft.
- Vorschäumen: Das Granulat wird mit Wasserdampf behandelt und dehnt sich auf das bis zu 50-fache seines ursprünglichen Volumens aus.
- Zwischenlagerung: Das vorgeschäumte Material wird zur Stabilisierung zwischengelagert.
- Formgebung: In der Formmaschine wird das Material erneut mit Dampf bearbeitet und zu Blöcken oder Formteilen geformt.
- Weiterverarbeitung: Schneiden, Fräsen und Veredeln, je nach Anforderung des Endprodukts.
Für die Schülerinnen und Schüler war es spannend zu sehen, wie präzise diese Prozesse ablaufen. Kein Vergleich mit dem Reagenzglas im Chemieraum.
Handwerk trifft High-Tech: Folientechnik und Kunststoffverarbeitung bei Sarna Plastec
Neben der EPS-Produktion war die Folientechnik eine echte Überraschung für unsere jungen Gäste. Dass in unseren Produkten nicht nur hochmoderne Maschinentechnik, sondern auch viel handwerkliches Geschick steckt, zum Beispiel beim Verschweissen und Verarbeiten von Folien, war für viele neu. Als eine der führenden Kunststofffirmen der Schweiz setzen wir bewusst auf diese Kombination:
- Präzisionsschweissen von Kunststofffolien für massgeschneiderte Verpackungslösungen
- Qualitätssicherung durch erfahrene Fachkräfte und modernste Messtechnik
- Flexible Fertigung für individuelle Kundenbedürfnisse, von der Kleinserie bis zur Massenproduktion
Unser Team, bestehend aus René Renggli, Henry Berchtold und Peter Theiler, führte die Gruppe durch alle Produktionshallen, beantwortete Fragen und erklärte, warum Kunststofftechnik in der Schweiz auch heute noch ein Handwerk ist, das echtes Können erfordert.
Nachwuchsförderung in der Kunststoffindustrie: Sarna Plastec als Lernort
Wir sehen uns nicht nur als Produktionsbetrieb, sondern auch als Lernort. Ob Schulbesuch, Betriebspraktikum oder Berufseinstieg, wer sich für Kunststofftechnik, Materialwissenschaften oder Chemie interessiert, ist bei uns willkommen. Die Nachfrage nach qualifizierten Kunststofftechnikerinnen und Kunststofftechnikern in der Schweiz ist hoch. Gleichzeitig ist das Berufsfeld vielen jungen Menschen noch wenig bekannt.
Mit Besuchen wie dem der Kantonsschule Musegg Luzern möchten wir genau das ändern: Wir zeigen, was hinter unseren Werkstoren passiert. Ein grosses Dankeschön geht an Franziska Schönborn und die KS Musegg für das Vertrauen und die Neugier, die die Schülerinnen und Schüler mitgebracht haben.
Interesse an einem Betriebsbesuch oder einem Praktikum in der Kunststofftechnik? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns auf den Austausch.